Was ist Selbstliebe? – Eine Definition

Was ist Selbstliebe?

Body Positivity

Der Begriff Selbstliebe hat ein angestaubtes Image. Dabei ist es für uns und andere existenziell, dass wir uns annehmen und akzeptieren. Was es bedeutet, sich selbst zu lieben und wie du Selbstliebe lernen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Der Begriff Selbstliebe hat ein angestaubtes Image. Dabei ist es für uns und andere existenziell, dass wir uns annehmen und akzeptieren. Was es bedeutet, sich selbst zu lieben und wie du Selbstliebe lernen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Als ich begonnen habe, mich auf den Weg zu mir selbst zu machen, habe ich eine ganze Weile geglaubt, ich würde „gesunden Egoismus“ praktizieren, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich selbst liebe und mich mit dem Respekt behandle, den ich verdiene (→ Wie ich lernte, dick und selbstbewusst zu sein).

Was ist Selbstliebe?

Selbstliebe bedeutet, dass du dich allumfassend annimmst. Damit unterscheidet sie sich auch von Body Positivity, bei der es „nur“ um das Annehmen des eigenen Körpers geht. Beide Konzepte gehen natürlich fließend ineinander über, wobei die Selbstliebe so etwas wie die große Schwester der Body Positivity ist (→ Body Positivity ist nicht Selbstliebe).

Andere Aspekte der Selbstliebe sind Selbstrespekt, Selbstreflexion, Selbstbewusstsein (→ Selbstbewusstseinsbooster), Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl (→ Selbstwertgefühl stärken bei Übergewicht – 3 Tipps). Selbstliebe bedeutet also, dass du dir deiner selbst bewusst bist, Stärken und Schwächen erkennst und all dies in seiner Gesamtheit annimmst und liebst.

Dabei ist Selbstliebe nicht dasselbe wie Selbstverliebtheit, Egozentrik oder Narzissmus. Denn selbstverliebte Menschen nehmen sich gerade nicht in ihrer Ganzheit an; sie erhöhen sich und projizieren ein Ideal auf sich selbst. Selbstliebe hingegen ist das ehrliche Annehmen des Ist-Zustandes.

Warum ist Selbstliebe wichtig?

Ein Mangel an Selbstliebe geht oft mit Unsicherheit einher. Wer sich selbst nicht gut genug kennt (Selbstreflexion), der*dem fällt es schwer, für sich zu definieren, was ihr*ihm wichtig ist, also ihre*seine eigenen Werte zu erknennen. Demzufolge hat sie*er Probleme damit, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung für sich zu übernehmen und für sich einzustehen.

Der Mangel an Liebe für sich selbst ist oft spürbar als eine innere Leere, ein Gefühl der Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit. Dieses emotionale Loch kann auch nicht durch die Liebe von außen oder durch Anerkennung anderer gefüllt werden. Denn wer sich selbst nicht liebt, also nicht als liebenswert begreift, kann kaum glauben, dass andere sie*ihn wirklich und wahrhaftig lieben.

Unsere Einstellung zu uns selbst bedingt zudem maßgeblich, wie wir mit anderen umgehen. Ein Mensch, der andere beleidigt, hat Probleme mit sich selbst (→ Hau ab, du fette Sau! (Fat Shaming)). Jemand, der mit sich im Reinen ist, hat es nicht nötig, andere zu erniedrigen, und jemand, der sich selbst liebt, tritt auch anderen gegenüber respektvoll auf.

Was bedeutet es, sich selbst zu lieben?

Viele halten Selbstliebe für einen recht esoterischen Begriff: Man findet sich immer dufte, meditiert 15 Stunden am Tag, ist immer ausgeglichen und sowieso und überhaupt ist alles Luft und Liebe! Selbstliebe hat leider ein ziemlich angestaubtes Image und wird oft mit Egoismus oder Narzissmus gleichgesetzt.

Selbstliebe bedeutet aber eben nicht, dass du in dich verliebt bist. Vielmehr ist die Liebe für dich selbst ein tiefes, aber ehrliches Gefühl. Durch gesunde Selbstreflexion gehst du durchaus kritisch mit dir um, aber du lässt den inneren Kritiker nicht die tiefe Verwurzelung zerstören, die du in dir selbst fühlst.

Stell dir Selbstliebe wie die Liebe zu anderen Menschen vor, zum Beispiel zu deinem Partner oder deinem Kind. Du findest sicherlich nicht alles prima, was sie machen. Du kritisierst sie. Du verstehst sie nicht immer. Manchmal bist du richtig wütend auf sie und schreist sie an. Aber dennoch liebst du sie.

Sei lieb zu dir - Selbstliebe lernen

Wir werden nicht mit Selbsthass geboren, sondern mit Neugierde, Offenheit und Faszination. Das Gefühl der ständigen Unzulänglichkeit nehmen wir erst in uns auf durch eine Gesellschaft, die verlernt hat, zufrieden zu sein. Uns werden Ideale verkauft, die nicht unsere eigenen sind. Wir wachsen mit Glaubenssätzen auf, die uns in eine Spirale aus Selbsthass – und dementsprechend auch Hass anderen gegenüber – treibt (→ Warum du dicke Heldinnen brauchst).

Selbstliebe führt dich zurück zu deinen Wurzeln. Sie ist die Grundvoraussetzung dafür, dass du ein Leben führen kannst, in dem du wirklich du bist. Indem du dich selbst liebst, hast du die Möglichkeit, nach deinen eigenen Bedürfnissen zu handeln und auf diese Weise wirkliche Zufriedenheit zu spüren (→ Warum es gut ist, weniger zu wollen).

Wie kann man Selbstliebe lernen?

Es ist ein Prozess, vielleicht sogar ein lebenslanger, sich selbst (wieder) lieben zu lernen. Wir leben in einer Umwelt, die es uns schwer macht, uns selbst zu akzeptieren, weil sie uns immer wieder mit scheinbar erstrebenswerten Idealen indoktrinieren will: Schlankheit, Jugend, Perfektion, Leistungsfähigkeit (→ Gefängnis der Schönheitsideale). Diese Gehirnwäsche macht uns glauben, dass wir diese Ideale erreichen müssen, um ein wertvoller und liebenswerter Mensch zu sein.

Wenn du lernen willst, dich selbst zu lieben, dann überprüfe zunächst deine Glaubenssätze, also deine inneren Überzeugungen (→ Body-positiv leben: Negative Glaubenssätze erkennen und auflösen). Willst du schlank sein? Oder willst du eigentlich glücklich sein? Die Gesellschaft sagt dir, du könntest nur glücklich sein, wenn du schlank bist (→ Ich will nicht abnehmen). Aber stimmt das überhaupt? Definiere deine eigenen Werte. Was ist dir wirklich wichtig? In deinem Leben bist du der wichtigste Mensch. Du solltest also die Hauptrolle spielen (→ Öfter mal Konventionen brechen).

Auch Selfcare, die Selbstfürsorge, spielt eine wichtige Rolle (→ Mehr Selbstliebe durch Selfcare). Sei also lieb zu dir, um zu lernen, dich selbst zu lieben. Vergib dir alles! Wenn du einen „Fehler“ machst und du dich eigentlich dafür bestrafen willst, mach genau das Gegenteil: Tu dir etwas Gutes und lass den „Fehler“ hinter dir. Gönn dir etwas. Behandle dich so, wie du einen geliebten Menschen behandeln würdest.

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Titelfoto: Matthew Fournier on Unsplash

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