Mehr exklusive Body Positivity?

Selbstbewusst in Badeanzug und Bikini

Auch dicke Frauen kühlen sich im Sommer gerne im Wasser ab. Aber sie haben einen (vermeintlichen) Feind: den Badeanzug. Er überlässt nichts der Fantasie. Die Hälfte des Körpers ist nackt, die andere von eng anliegendem, elastischem Stoff bis zur Absurdität zur Schau gestellt. Marshmallow Mädchen gibt dir sechs Gedankenanreize, damit du dich selbstbewusst in Badeanzug und Bikini zeigen kannst – trotz Mehrgewicht.

Auch dicke Frauen kühlen sich im Sommer gerne im Wasser ab. Aber sie haben einen (vermeintlichen) Feind: den Badeanzug. Er überlässt nichts der Fantasie. Die Hälfte des Körpers ist nackt, die andere von eng anliegendem, elastischem Stoff bis zur Absurdität zur Schau gestellt. Marshmallow Mädchen gibt dir sechs Gedankenanreize, damit du dich selbstbewusst in Badeanzug und Bikini zeigen kannst – trotz Mehrgewicht.

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Zu dick fürs Schwimmbad? Ist es dir peinlich, dich in Badeanzug oder Bikini zu zeigen? Fürchtest du dich vor den Blicken anderer, vor blöden Sprüchen über deine Figur und Getuschel hinter deinem Rücken? Dick in Badeanzug und Bikini – da sind Body Positivity und Selbstliebe oftmals nicht mehr als ein ferner Traum (→ Glorifiziert Body Positivity Übergewicht?).

Erstmal die gute body-positive Nachricht: Du musst dich nicht im Badeanzug zeigen, um irgendjemandem etwas zu beweisen; du musst nicht schwimmen gehen, wenn du es nicht willst (→ Was Body Positivity nicht ist). Wenn du jedoch gerne ins Wasser möchtest und es aus Angst vor den Reaktionen anderer, aus Scham und mangelndem Selbstbewusstsein nicht tust, nimmst du dir ein Stück deiner eigenen Lebensqualität. Daran möchte ich gemeinsam mit dir etwas ändern (→ Wie ich lernte, dick und selbstbewusst zu sein).

Betrachten wir dieses Problem also genauer. Werfen wir einen Blick auf das, was uns Angst macht im Schwimmbad und am Strand (Body Shaming), was uns peinlich ist vor anderen Leuten, was uns vermeintlich zurückhält, uns in knapper Badekleidung zu zeigen. Denn dann können wir unsere aufgebauten Katastrophengedanken dekonstruieren. Hier kommen also sechs Anreize zum Nachdenken, damit du selbstbewusst in Badeanzug und Bikini auftreten kannst – auch mit Mehrgewicht.

1. Wenn du nicht tust, was du liebst, verlierst du – und nur du

Wie sehr sehnst du dich danach, am Strand rumzuhüpfen und im Wasser Bahnen zu ziehen? Womöglich haben wir Menschen eine eingebaute Sehnsucht nach Wasser, nach dem Meer. Das wäre nicht verwunderlich, bestehen wir doch selbst zu einem Großteil aus Wasser und reifen im Uterus in Wasser heran.

Seien wir realistisch: Es kann passieren, dass andere am Strand hinter deinem Rücken tuscheln oder dich offen beleidigen (→ Hau ab, du fette Sau!). Wir leben leider in einer körperzentrierten Welt, in der vom Aussehen eines Menschen fälschlicherweise auf seinen Charakter und seinen Wert geschlossen wird. Da das Ideal Schlankheit heißt, ist es für dicke Menschen „da draußen“ leider in vielen Situationen härter, als es sein müsste (→ Wo sind all die Dicken hin? | Übergewicht im öffentlichen Raum).

Wie man eine Bikinifigur bekommt | Body Positivity und Selbstliebe | Marshmallow Mädchen

Doch wenn du dir etwas aus Angst vor möglichen Anfeindungen verleidest, nimmst du dir einen Teil deiner selbst (→ Warum wir das Schönheitsideal überwinden müssen). Um herauszufinden, wie wichtig mir eine Sache ist, habe ich den hilfreichen, vielleicht etwas morbiden Totenbett-Trick entwickelt: Stell dir vor, du liegst auf deinem Totenbett – rien ne va plus -, wie sehr bereust du, dass du in deinem Leben nicht schwimmen warst? Und wie wichtig sind auf deinem Totenbett noch all die Ängste, die dich davon abgehalten haben? (→ Warte nicht auf schlanke Zeiten)

2. Du kannst es ohnehin niemandem recht machen

Fat Shamer, die hinter deinem Rücken reden, lachen oder dir sogar einen beleidigenden Spruch reindrücken, verlangen von dir, nicht dick zu sein (→ 5 Gründe, warum wir mit Body Shaming aufhören müssen). Wenn du aber körperlich aktiv wirst, zum Beispiel Schwimmen, störst du sie auch. Es liegt also nicht an dir. Du kannst es diesen Menschen nicht recht machen, also brauchst du es auch gar nicht erst versuchen (→ Fat Shaming: Wie man mit Beleidigungen umgeht).

Weißt du, wem du es recht machen kannst? Dir! (→ Selbstbewusst trotz Übergewicht? Das geht!)

3. Glaube nicht, du wüsstest, was andere denken

Es gibt einen Spruch von Mark Twain: „Ich hatte mein ganzes Leben viele Probleme und Sorgen. Die meisten von ihnen sind aber niemals eingetreten.“

Glaube nicht alles, was du denkst. Denn was du glaubst zu wissen, das andere Leute über dich denken, muss nicht der Wahrheit ensprechen. Oft projizierst du deine eigenen negativen Gedanken über deinen Körper auf andere Menschen (→ Body-positiv leben: Negative Glaubenssätze erkennen und auflösen). Folge ist: In deinem Kopf läuft eine Katastrophendenkmuster ab; du glaubst, jeder sieht dich an und urteilt über dich.

Den meisten Menschen bist du allerdings vollkommen egal. Sie denken nicht über dich nach. Sie sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und grübeln darüber, was wohl all die anderen Menschen gerade über sie denken mögen.

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4. Du bist mit und ohne Badeanzug dick

Ob du einen Badeanzug oder einen Sack trägst, du hast in beidem die Figur, die du nun einmal hast. Das sehen auch andere. Es wird also nicht so sein, dass du deine Alltagskleidung abschälst und plötzlich fällt den Menschen in deiner Umgebung das erste Mal auf, dass dein Körper dick ist (→ Warum dick kein Schimpfwort ist).

Auch Gedanken über Dehnungsstreifen, schwabbelige Hautstellen, hängende Brüste, Cellulite etc. sind hinfällig, sobald du dich einmal ehrlich im Schwimmbad umschaust. Frauen mit anderen Körperformen tragen diese Zeichen des Lebens auch mit sich herum – denn sie sind natürlich und vollkommen normal (→ Scheiß auf Orangenhaut!).

5. Badeanzüge und Bikinis sind praktische Funktionskleidung

Einen Badeanzug oder Bikini ziehst du im Allgemeinen nicht in erster Linie als modisches Accessoire an, sondern weil es die einzig sinnvolle Kleidung zum Schwimmen ist (→ Die besten Shops für Bademode in großen Größen). Außer nackt natürlich [Link zu Deutschlandfunk Nova].

Was genau stellen sich die Leute, die nicht wollen, dass du dich als dicke Frau im Badeanzug zeigst, aber gleichzeitig erwarten, dass du „gesünder lebst“, vor, was du beim Schwimmen tragen sollst? Du kannst dir sicherlich einen Badeanzug oder Bikini aussuchen, der innerhalb seiner begrenzten Möglichkeiten den Busen optisch vergrößert oder den Bauch flacher erscheinen lässt (→ Funktionale Bademode für große Größen). Aber letztlich ist und bleibt es ein praktisches Outfit. Wer schwimmen geht, trägt Badekleidung. Punkt.

6. Es ist dein Körper

Dein Körper ist gut, so wie er ist. Er macht all diese wunderbaren Dinge für dich: atmen, dich tragen, dein Innenleben – physisch wie auch psychisch – beschützen (→ Liebesbrief an meinen Körper).

Wie du mit ihm umgehst, ist ganz alleine deine Sache. Andere müssen das nicht gut finden. Sie können nicht sehen, mit welchen inneren Dämonen, Krankheiten, Prägungen und Umständen du zu kämpfen hast (→ Body Positivity lernen: Body-positiv in 3 Schritten). Deshalb können sie dich auch nicht beurteilen. Verinnerliche dies und niemand kann dich mehr angreifen. Auf diese Weise trittst du nicht nur selbstbewusst in Badeanzug und Bikini auf.

Hör dir hier mein Interview mit Deutschlandfunk Nova darüber an, warum du als dicke Frau auch dem Nacktbaden eine Chance geben solltest.

Wie du mit deinem Körper umgehst, ist ganz alleine deine Sache. Verinnerliche dies und niemand kann dich mehr angreifen. Auf diese Weise trittst du nicht nur selbstbewusst in Badeanzug und Bikini auf. Hör dir hier mein Interview mit Deutschlandfunk Nova darüber an, warum du als dicke Frau auch FKK eine Chance geben solltest. Foto: Pierre W.

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Titelfoto: AllGo on Unsplash
Beitragsbild 1: Body Liberation Photos
Foto: Pierre W.

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