Körpergefühl bei Übergewicht: Hab keine Angst, deinen Körper kennenzulernen

Viele mehrgewichtige Menschen haben kein ausgeprägtes Körpergefühl, weil sie ihren eigenen Körper nicht kennen. Oftmals wird ein dicker Körper sogar abgelehnt oder als ekelhaft empfunden. Keine guten Voraussetzungen für Body Positivity. Wie du dein Körpergefühl bei Übergewicht wiederentdecken kannst und warum es sich lohnt, deinen eigenen Körper kennenzulernen, zeigt dir Marshmallow Mädchen in diesem Artikel.

Viele Übergewichtige haben kein ausgeprägtes Körpergefühl, weil sie ihren eigenen Körper nicht kennen. Oftmals wird ein dicker Körper sogar abgelehnt oder als ekelhaft empfunden. Keine guten Voraussetzungen für Body Positivity. Wie du dein Körpergefühl bei Übergewicht wiederentdecken kannst und warum es sich lohnt, deinen eigenen Körper kennenzulernen, zeigt dir Marshmallow Mädchen in diesem Artikel.

Wenn ich von Body Positivity spreche, dann meine ich den freundlichen und bedürfnisorientierten Umgang mit dem eigenen Körper (→ Was ist Body Positivity?). Doch was sind eigentlich die Bedürfnisse deines Körpers?

Hab keine Angst davor, deinen Körper kennenzulernen

Menschen, die Probleme mit ihrem Körperbild haben, kennen ihren Körper meist nicht besonders gut. Viele Übergewichtige lehnen ihren Körper ab oder ekeln sich sogar vor ihm. Vorurteile definieren das eigene Empfinden. Dicke gehen oft davon aus, dass ihr Körper unsportlich, hässlich und krank ist. Das hört man schließlich immer wieder (→ 3 Gründe, warum du deine Waage wegwerfen solltest). Es sind Glaubenssätze, die in unserer Gesellschaft inherent sind. Aber sind sie deshalb auch richtig?Was du glaubst zu fühlen oder zu wissen, ist nicht unbedingt das, was dein Körper dir tatsächlich zu sagen versucht.Willst du den Bedürfnissen deines Körpers gerecht werden, dann musst du ihn zuerst kennenlernen. Hab keine Angst davor. Ich verspreche dir, du wirst erfahren, dass dein Körper viel toller ist, als du immer gedacht hast (→ Selbstbewusst trotz Übergewicht? Das geht!).

Erkenne deine Bedürfnisse

Was braucht dein Körper? Hast du ihn das schon einmal gefragt?Oft verlieren wir das Gefühl für uns selbst durch die Anforderungen, die wir oder andere an uns stellen. Um diesem Hamsterrad zu entfliehen, ist es wichtig, ab und zu innezuhalten und den Körper zu fragen: „Hey, Körper, was brauchst du jetzt gerade?“ Zunächst wird es vielleicht schwierig sein, seine Antworten zu hören und zu verstehen. Schließlich hast du seine Sprache lange nicht mehr gesprochen (→ Wenn du deinen Körper nicht lieben kannst). Aber mit der Zeit wirst du ihn immer besser verstehen lernen.Manchmal möchte er vielleicht seine Ruhe haben und einfach nur im Bett liegen. Dann gönn ihm das. Manchmal will er sich austoben und wild tanzen. Dann trau dich (→ Selbstbewusstseinsbooster). Manchmal möchte er ein Eis oder eine Sahnetorte essen. Dann hab kein schlechtes Gewissen. Denn du hörst auf die Bedürfnisse deines Körpers und das ist das Beste, das du für ihn und dich tun kannst.

Überprüfe deine Glaubenssätze

Deine Glaubenssätze zu erkennen und zu überprüfen ist ein sehr tiefgreifender Prozess, der eine Menge Reflektiertheit von dir verlangt und oft lange dauert. Denn die Glaubenssätze, die du sozusagen mit der Muttermilch aufgenommen hast, die dir schon dein gesamtes Leben von der Gesellschaft und den Medien erzählt werden, sind tief in deinem Gehirn verankert (→ Body-positiv leben: Negative Glaubenssätze erkennen und auflösen).Kommen dir solche Sätze und Gedanken bekannt vor?„Dicke Menschen sind hässlich.“„Alle dicken Menschen sind krank.“„Nur Dicke haben Cellulite.“„Niemand liebt mich, weil ich dick bin.“Was hast du davon, wenn du diese Glaubenssätze auf ihre Richtigkeit überprüfst? Du gehst ein Stück auf dich selbst zu (→ Selbstwertgefühl stärken bei Übergewicht – 3 Tipps). Du lernst dich selbst und deinen Körper endlich wirklich kennen und verlässt dich nicht auf Allgemeinplätze. Es ist ein ehrlicher Umgang mit dir selbst, der es dir ermöglicht, deine eigenen Bedürfnissen zu erkennen und dadurch zufriedener und glücklicher zu leben (→ Wie ich lernte, dick und selbstbewusst zu sein).

Körpergefühl bei Übergewicht wiederentdecken

Indem du deine Glaubenssätze überprüfst, überarbeitest, ersetzt und vor allem individualisierst, lernst du ein vollkommen neues Gefühl dir und deinem Körper gegenüber kennen. Diese Offenheit im Denken gibt dir die Möglichkeit, deinen Körper neu zu erfahren und seinen Bedürfnissen gerecht zu werden (→ Ich will nicht abnehmen). Aus meiner eigenen Erfahrung und aus den Dingen, die ich durch Marshmallow Mädchen gelernt habe, gibt es zwei Punkte, die vielen übergewichtigen Frauen besonders dabei helfen, ihr Körpergefühl neu zu entdecken: Bewegung und Mode.Womöglich verbindest du nichts Gutes mit Bewegung: Hänseleien im Sportunterricht, Anstrengung, Schwitzen oder dieses Gefühl, nicht gut genug zu sein. Bewegung – richtig angepackt – spielt jedoch eine große Rolle für unser Wohlbefinden. Dabei bedeutet Bewegung nicht zwangsläufig ein Sportprogramm, sondern die generelle Aktivität deines Körpers, schließt also auch all die täglichen Dinge ein, die deinen Bewegungsapparat und deine Muskeln fordern: eine Treppe steigen, gehen, bücken, dem Bus hinterherrennen usw. Bereits eine kleine Steigerung deiner täglichen Aktivität hilft dir, ein besseres Gefühl für deinen Körper zu bekommen (→ 10 Gründe, Sport zu treiben (die nicht abnehmen sind)).Auch Mode ist ein Weg, dein Körpergefühl zu erkunden, denn sie ist auch Ausdruck unserer Persönlichkeit. Mittlerweile gibt es zahlreiche Angebote modischer Kleidung in großen Größen (→ Wo finde ich hübsche Mode in großen Größen?). Wenn du deine Glaubenssätze, was dicke Menschen angeblich alles nicht tragen dürfen, überwindest und ganz deinen eigenen Bedürfnissen und Vorlieben folgst, dann kannst du ein vollkommen neues Körpergefühl entwickeln.Möchtest du noch mehr Inspirationen, wie du ein Gefühl für deinen Körper entwickeln und mit dir selbst ins Reine kommen kannst? Dann abonniere die → Marshmallow Liebesbriefe – randvoll mit lieben Worten und lebensverändernden Inspirationen.

Titelfoto: Dave Contreras on Unsplash