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4 Wege, um Food Shaming am Familientisch zu stoppen

Ein Essen mit der Familie ist nicht immer einfach. Kommentare über die Menge an oder die Art von Lebensmitteln, die wir konsumieren, können aus einem eigentlich freudigen Ereignis einen Hürdenlauf machen. Marshmallow Mädchen verrät dir vier Wege, um Food Shaming am Familientisch zu stoppen.

Ein Essen mit der Familie ist nicht immer einfach. Kommentare über die Menge an oder die Art von Lebensmitteln, die wir konsumieren, können aus einem eigentlich freudigen Ereignis einen Hürdenlauf machen. Marshmallow Mädchen verrät dir vier Wege, um Food Shaming am Familientisch zu stoppen.
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Was ist Food Shaming?

Was ist Food Shaming? Der Begriff ist angelehnt an Body Shaming. Food Shaming bedeutet, dass jemand beurteilt, was und wie du isst (auch in Bezug auf deinen Körper), und unter Umständen versucht, dir ein schlechtes Gewissen einzureden.

„Willst du das wirklich essen? Weißt du nicht, dass [Nahrungsmittel] [„schlechter“ Inhaltsstoff / x Kalorien] enthält?“

„Einen Nachschlag? Hast du in deinem Leben nicht schon genug gegessen!?“

„Du hast aber ganz schön zugelegt!“

Food Shaming begegnet uns öfter als wir denken. Wir verurteilen auch nicht selten unser eigenes Essverhalten (→ Warum kann ich meine Diätgedanken einfach nicht loslassen? (Mampfschrift)). Besondere Ausmaße nimmt Food Shaming aber oftmals beim gemeinsamen Essen mit der Familie an. Einige Familienmitglieder haben vielleicht schon über Jahre und Jahrzehnte Kommentare über deinen Körper abgegeben (→ Body Shaming durch Eltern – was tun?).

Gerade an Feiertagen, wenn viele Verwandte zusammenkommen und die Tafel reich gedeckt ist, können alte Verletzungen aufreißen. Für Menschen mit Essstörungen oder Problemen mit dem Körperbild kann das Aufeinandertreffen mit bewertenden Verwandten traumatisch sein (→ Wenn du deinen Körper nicht lieben kannst).

Food Shaming begegnet uns öfter als wir denken. Wir verurteilen auch nicht selten unser eigenes
Essverhalten. Besondere Ausmaße
nimmt Food Shaming aber oftmals beim gemeinsamen Essen mit der Familie an. Für Menschen mit Essstörungen oder Problemen mit dem
Körperbild kann das Aufeinandertreffen mit bewertenden Verwandten traumatisch sein. | Zitat | Body Positivity und Selbstliebe | Marshmallow Mädchen

Es gibt jedoch Möglichkeiten, um Kommentare über dein Essverhalten zu begrenzen. Vier Wege, um Food Shaming am Familientisch zu stoppen, stelle ich dir im Folgenden vor:

1. Food Shaming stoppen: Bereite dich vor

Wenn du bereits weißt, dass dich in der Familie bewertende Kommentare über dein Aussehen und deine Essenswahl erwarten, kann es hilfreich sein, dich innerlich darauf einzustellen. Das Verhalten anderer Menschen zu verändern, ist schwierig bis unmöglich. Aber du kannst dich zumindest darauf vorbereiten, wie du – im Rahmen deiner persönlichen Möglichkeiten – reagieren möchtest (→ Fat Shaming: Wie man mit Beleidigungen umgeht).

Wenn du bisher immer sprachlos gewesen bist, sobald dich jemand angeht, oder du oft von dem verunsichert bist, was andere über dich sagen, kann es dir helfen, mit Affirmationen zu arbeiten. Affirmationen sind kleine Glaubenssätze, die wir kontinuierlich wiederholen, damit unser Gehirn sie an einem sehr prominenten Platz abspeichert (→ Body-positiv leben: Negative Glaubenssätze erkennen und auflösen). Je öfter du eine Affirmation nutzt, desto natürlicher wird sie. In schwierigen Situationen kann sie auch als Anker dienen (→ 10 body-positive Motivationssprüche).

Um dich auf Bewertungen am Familientisch vorzubereiten, kannst du zum Beispiel folgende Affirmationen nutzen:

„Ich esse, was mir schmeckt und was ich für richtig halte.“

„Ich akzeptiere meinen Körper so, wie er gerade ist.“

„Mein Gewicht bestimmt nicht meinen Selbstwert. Ich bin wertvoll, so wie ich bin.“

2. Food Shaming stoppen: Setze Grenzen

Für viele – das gilt insbesondere für weiblich sozialisierte Menschen – ist es schwierig, (in der Familie) Grenzen zu setzen (→ 5 Strategien gegen Body Shaming durch Eltern). Vielleicht bist du so sehr daran gewöhnt, der Punchingball oder Puffer in deiner Familie zu sein, dass du verlernt hast, nein zu sagen. Womöglich fühlst du dich mies, wenn du ein Familienmitglied in seine Schranken weist.

Oftmals rechtfertigen wir auch, dass andere uns mit ihren Kommentaren verletzen: Oma ist schon so alt, sie weiß gar nicht, was sie sagt. Mama meint es ja nur gut, wenn sie mir vorhält, wie viele Kalorien der Nachtisch hat. Papa ist halt so ein direkter Typ, er meint es ja nicht böse.

Verfalle nicht dem Irrglauben, deine Grenzen zu setzen hieße, dass du deine Familie nicht liebst. Viele deiner Verwandten meinen es sicherlich gut mit dir, aber das rechtfertigt nicht, dass sie dich mit ihren schädlichen diätkulturellen Überzeugungen verletzen. Es ist dein gutes Recht, deine Grenzen abzustecken (→ 6 Exit-Strategien gegen nervigen Diät-Talk).

„Ich weiß nicht, was du mit deinen Kommentaren bezweckst, aber sie sind sehr verletzend. Ich weiß, dass du mich liebst und nicht verletzen möchtest, also höre bitte damit auf.“

„Ich mache solche Kommentare weder über dich noch über deine Essenswahl. Ich bitte dich, mir denselben Repekt zu erweisen.“

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3. Food Shaming stoppen: Verschiebe die Aufmerksamkeit und wechsel das Thema

Nur ein einziger unbedarfter oder gar gehässiger Kommentar kann aus dem gemeinsamen Essen eine Qual für dich machen (→ So wirst du unabhängig von den Sprüchen der anderen). Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorbereitest und zum Beispiel deine Affirmationen nutzt, um dem Ganzen nicht schutzlos ausgeliefert zu sein.

Brauchst du noch etwas Übung, um Grenzen zu setzen, oder fürchtest du eine Eskalation, kannst du den Fokus der Aufmerksamkeit auch verschieben (→ So kannst du dich gegen Body Shaming wehren). Versuche dabei, den Blick auf das Positive des familiären Zusammenseins zu richten:

„Wir sind so selten zusammen. Lasst uns doch über etwas Positives reden! Was ist dir seit unserem letzten Treffen Schönes passiert?“

„Es gibt so viel Negatives auf der Welt. Wenn ich mit euch zusammen bin, möchte ich mich an unserer Gemeinschaft erfreuen.“

So setzt du deine Grenze innerlich, ohne direkt nein sagen zu müssen. Nach außen kommunizierst du die Grenze, indem du bei einem negativen Kommentar über dich, deine Essenswahl oder dein Leben das Thema wechselst.

„Kennt ihr eigentlich schon das Konzept der Body Positivity? Dabei geht es um…“

„Mir ist neulich etwas Ulkiges passiert: …“

„Du hast letztes Mal von [Thema] erzählt. Was ist daraus geworden?“

4. Food Shaming stoppen: Stelle einen Schutzschild auf

In manchen Familien ist allerdings Hopfen und Malz verloren (→ Warum reagieren alle so aggressiv, wenn es um dicke Menschen geht? (Mampfschrift)). Egal wie oft du Grenzen setzt, die Mutter lässt sich nicht davon überzeugen, dass ihre gut gemeinten Kommentare genau das Gegenteil bewirken, und die gehässige Tante will dir sowieso nur eins reinwürgen (→ Was Body Shaming bedeutet und was du dagegen tun kannst). Langfristig solltest du dir überlegen, inwieweit du unter diesen Umständen mit diesen Menschen überhaupt Zeit verbringen willst.

Kurzfristig kannst du einen Schutzschild visualisieren. Stell dir beim Familienessen vor, dass dich zum Beispiel eine unsichtbare Wand umgibt. An dieser prallen alle negativen Kommentare ab und fliegen direkt zu dem Familienmitglied zurück, das sie abgelassen hat.

Verankere dich im Innern durch deine Affirmationen. Wenn es dir zu viel wird, kannst du dich auch in ein anderes Zimmer zurückziehen, tief durchatmen und deine Affirmationen laut aussprechen.

„Das Familienessen geht vorbei.“

„Ich habe schon so viel geschafft, das bekomme ich auch hin!“

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Titelfoto: Foodiesfeed / Jakub Kapusnak
Beitragsbild: Kaboompics

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Hallo, ich bin Kathrin. Ich bin deine Body-Positivity-Inspirateurin. Als Journalistin und Diplom-Politologin arbeite ich seit über einem Jahrzehnt rund um Themen von Körperakzeptanz und Gewicht, suche nach Lösungen und Hintergründen. Das Interesse dafür stammt aus meiner eigenen Geschichte als dicke Frau. Hier erfährst du mehr über mich.

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