Hör endlich auf, Sport auf der Waage zu beurteilen

Hast du ein zwiespältiges Gefühl Sport gegenüber? Glaubst du, du müsstest ihn machen, aber kannst dich nicht so recht überwinden? Ist Sport für dich bloß ein Instrument zur Gewichtsreduktion? Dann lade ich dich ein, deine Herangehensweise an körperliche Aktivität zu überdenken und aufzuhören, Sport auf der Waage zu beurteilen.

Hast du ein zwiespältiges Gefühl Sport gegenüber? Glaubst du, du müsstest ihn machen, aber kannst dich nicht so recht überwinden? Ist Sport für dich bloß ein Instrument zur Gewichtsreduktion? Dann lade ich dich ein, deine Herangehensweise an körperliche Aktivität zu überdenken und aufzuhören, Sport auf der Waage zu beurteilen.

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Viele Menschen halten Sport für wichtig für ein „gesundes“ Leben. Die Gesundheit wird dabei allerdings allzu oft auf der Waage gemessen (→ Warum der Body-Mass-Index Unsinn ist). Das führt dazu, dass die Notwendigkeit und der „Erfolg“ körperlicher Betätigung lediglich auf das Gewicht heruntergebrochen werden.

Sport ist nicht zum Abnehmen da

Ich habe lange Zeit Sport gemacht, um abzunehmen. Das war eine frustrierende Erfahrung. Vor jedem Training und nach jedem Training habe ich mich auf die Waage gestellt. Manchmal wog ich weniger – aber natürlich nie wenig genug – und manchmal wog ich mehr, was die ganze vorangegangene Anstrengung in meinen Augen sinnlos gemacht hat (→ Körpergefühl bei Übergewicht: Hab keine Angst, deinen Körper kennenzulernen).

Man war nie müde geworden, mir als dickes Kind und später als dicke Frau zu erzählen, wie wichtig es wäre, dass ich Sport machte, denn ich müsse schließlich abnehmen. Das war Sport für mich: eine unliebsame Zwangsarbeit, deren Erfolg man auf der Waage bewertet.

Fit und fett widersprechen sich nicht

So quälte ich mich jahrelang zum Sport. Ich bemerkte zwar, dass mir bestimmte Bewegungen sogar Spaß brachten (→ Wie ich lernte, dass Sport mit Übergewicht Spaß macht). Aber ich machte Sport schließlich nicht zum Spaß, ich strampelte Kalorien und Fett ab. Stimmte die Zahl auf der Waage nicht, hatte ich mich eben nicht genug angestrengt.

Erst als ich begann zu hinterfragen, warum ich eigentlich nicht so sein durfte, wie ich war, war es mir möglich, Sport vom Abnehmen abzukoppeln. Da merkte ich: Ich will Sport machen, ich will mich bewegen – aber nicht, um abzunehmen (→ Ich will nicht abnehmen).

Foto: Selenophile Art

Bewegung, die sich nach meinen Bedürfnissen und Fähigkeiten richtet, bringt mir persönlich viele Vorteile, die ich zuvor nicht sehen konnte, weil mir immer nur die Waage als Gradmesser erlaubt wurde. Ich bin entspannter und resilienter; ich fühle mich besser und wohler; ich schlafe tiefer und ruhiger; meine Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettwerte (die entgegen der Unkenrufe stets im Normbereich lagen) sinken – und das vollkommen unabhängig von meinem Gewicht (→ 10 Gründe, Sport zu treiben (die nicht abnehmen sind)).

Bewegung ist die Belohnung, aber es gibt auch Belohnung ohne Sport

Ich mache Sport, weil ich Sport machen will, wenn ich Sport machen will. Die Belohnung ist keine Zahl auf der Waage, sondern die für mich angenehme körperliche Aktivität selbst sowie all die positiven Kettenreaktionen, die sie in mir auslöst.

Diese Erfahrung bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass niemand gezwungen werden sollte, Sport zu treiben, für den es eine Qual, eine Überwindung ist. Gerade was den Abnehmzwang betrifft, zeigen Untersuchungen, dass Sport kein geeignetes Instrument zur nachhaltigen Gewichtsreduktion ist [Link zu Frankfurter Rundschau].

Wir dürfen auf Sport verzichten [Link zu Süddeutsche Zeitung]. Unser Körper mag Bewegung, aber Stress mag er gar nicht [Link zu Der Spiegel]. Leider sind Sport und Bewegung für mehrgewichtige Menschen oftmals so negativ besetzt und stressbehaftet, dass sie die Freude daran und den Glauben in die Fähigkeiten ihres eigenen Körpers verloren haben (→ 7 Ideen, wie du die Freude an Bewegung (wieder)entdeckst).

Die Waage ist eine Geißel, geführt von der Diätindustrie | Zitat | Body Positivity und Selbstliebe | Marshmallow Mädchen

Hör auf, Sport auf der Waage zu beurteilen

Mit der Body Positivity kam für mich auch die Freude an der Bewegung (→ Wie Body Positivity mein Leben verändert hat). Ich bewege mich gerne zu Musik und habe im Yoga einen Anker für mein Leben gefunden. Ich mache kein „Bauch-Beine-Po“, weil es mir keinen Spaß bringt. Ich jogge nicht, weil ich das langweilig finde und mir davon die Brüste wehtun. An die Themen Sport und Bewegung gehe ich mittlerweile vollkommen body-positiv heran (→ 5 Tipps, wie du jeden Sport body-positiv gestalten kannst).

Und vor allem: Ich habe keine Waage mehr (→ 3 Gründe, warum du deine Waage wegwerfen solltest). Ich definiere weder mich noch meinen Wert über diese überschätzte Zahl ohne Aussagekraft weder über meine Gesundheit, mein Wohlbefinden noch über meinen Wert. Und ich kann sagen, ich habe mich noch nie so gut in meinem Leben gefühlt! Die Waage ist eine Geißel, geführt von der Diätindustrie; dabei hat sie noch nie eine relevante Aussage über gar nichts getroffen (→ Warum wir das Schönheitsideal überwinden müssen).

Mach Sport oder mach keinen Sport. Aber mach es aus den richtigen Gründen, also mit einem Antrieb, der dir innewohnt und sich aus sich selbst speist – wie ein Perpetuum mobile der Body Positivity (→ Body-positiv mit Sport anfangen: Wie du mit Übergewicht den Einstieg schaffst).

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Titelfoto: Kelly Russo
Beitragsbild 1: Selenophile Art
Beitragsbild 2: Alex Iby

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