3 Typen, auf die jede übergewichtige Frau beim Onlinedating trifft

3 Typen, auf die jede übergewichtige Frau beim Onlinedating trifft


Liebe

Onlinedating ist ein hartes Pflaster. Manchmal fühlt man sich gar, als sei man gleichzeitig Teilnehmer und Experimentator einer Sozialstudie. Marshmallow Mädchen nimmt drei Typen unter die Lupe, auf die früher oder später jede übergewichtige Frau beim Onlinedating trifft.

Marshmallow Mädchen nimmt drei Typen unter die Lupe, auf die früher oder später jede übergewichtige Frau beim Onlinedating trifft.

1. Der Fetischist

Der Fetischist liebt fette Frauen. Das heißt, er liebt das Fett, nicht unbedingt die Frau. (→ Schubladendenken – Warum denken wir in Schubladen?)

In seinem Erstkontakt ist er auch gleich sehr direkt und schreibt Sätze wie: „Ich liebe es, üppige Frauen zu verwöhnen.“ Er erzählt – meistens und gerne unaufgefordert -, wie erotisch er einen dicken Bauch und stramme Oberschenkel finde (→ Scheiß auf Orangenhaut!), wie gerne er sein Gesicht zwischen üppigen Brüsten vergrabe (→ Werte Dame, Sie sind obenrum obszön!) und ausladende Pobacken versohle. Irgendwie gibt er einem das Gefühl, man müsse sich geschmeichelt fühlen, wenn einen doch eigentlich der Grusel packt.

Fett-Fetischisten sind in der Regel auf sexuellen Kontakt aus. Sie wollen sich nicht unbedingt mit dicken Frauen in der Öffentlichkeit sehen lassen. Der Versuch, ein Gespräch fernab vom eigenen Körper mit ihnen zu führen, scheitert meist kläglich.

2. Der Abenteurer

„Ich habe einen Traum: Ich wollte schon immer mal mit einer Dicken schlafen.“ So oder so ähnlich beginnen Unterhaltungen mit dem Abenteurertyp, der sich nichts Spannenderes vorstellen kann, als mal mit einer übergewichtigen Frau durch die Laken zu turnen.

Wie der Fetischist ist der Abenteurer auf der Suche nach Sex und möchte seine dicke Eroberung ungern in der Öffentlichkeit präsentieren. In den meisten Fällen ist er jung (unter 25) und sucht sich ältere Beute.

Was genau den Reiz ausmacht, einmal mit einer übergewichtigen Frau schlafen zu müssen, konnte mir bisher kein Abenteurer genau erklären. Ich gehe davon aus, dass die anatomischen Voraussetzungen bei dicken und dünnen Frauen identisch sind und die Qualität des Beischlafs weniger von Form und Farbe der Teilnehmer als vom persönlichen Zusammenspiel bestimmt wird (→ 6 Vorurteile über Curvy Sex, die du ab sofort vergessen kannst). Der Abenteurer bleibt dennoch weiter auf der Suche nach der einen dicken Frau, mit der er schlafen darf. (→ Wie das Internet die Liebe verändert hat)

3. Der Inkonsequente

Der Inkonsequente hat Gedächtnislücken und verfügt nur über schwach ausgeprägte Manieren. Seine Annäherung ist meist eine wenige Worte umfassende Erstnachricht mit Kompliment, zum Beispiel: „Du bist eine so schöne Frau“. Diese Nachricht ist erst einmal erfreulich.

Nun kann es natürlich sein, dass man dieses Kompliment nicht erwidern möchte, dass einem die Selbstdarstellung des Kandidaten auf seinem Profil nicht gefällt oder man sonstwie ein schlechtes Gefühl hat. Also schreibt man ihm höflich, aber bestimmt zurück: „Vielen Dank. Aber ich habe leider kein Interesse.“

Damit sollte der Kontakt eigentlich beendet sein. Vielleicht erwartet man noch eine Nachfrage, warum der Kandidat das Interesse nicht habe erwecken können. Stattdessen antwortet der Inkonsequente: „Dich will ich sowieso nicht. Du bist so fett und hässlich.“ (→ Hau ab, du fette Sau! (Fat-Shaming))

Man kann sich nun natürlich dazu herablassen, den Inkonsequenten auf seinen Logikfehler hinzuweisen. Dass er die „schöne Frau“ doch zunächst kennenlernen wollte und nun sei sie plötzlich „fett und hässlich“ (→ Selbstbewusstseinsbooster). Man kann sich die Energie aber auch sparen und lieber ein Eis essen. (→ Wie man mit Beleidigungen (Fat-Shaming) umgeht)

Bist du schon einem dieser drei Typen begegnet? Welche Erfahrungen hast du beim Onlinedating gemacht? Diskutier mit ↓

Titelfoto: Death to the Stock Photo / Rob Cros

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