5 Gründe, warum wir mit Body Shaming aufhören müssen

5 Gründe, warum wir mit Body Shaming aufhören müssen


Body Positivity

Body Shaming hat zahlreiche negative Folgen - vom Verlust des Selbstvertrauens bis hin zu körperlichen Krankheiten und psychischen Störungen. Marshmallow Mädchen nennt fünf Gründen, warum wir endlich mit dem Body Shaming aufhören müssen.

Body Shaming hat zahlreiche negative Folgen - vom Verlust des Selbstvertrauens bis hin zu körperlichen Krankheiten und psychischen Störungen. Marshmallow Mädchen nennt fünf Gründen, warum wir endlich mit dem Body Shaming aufhören müssen.

Body Shaming bedeutet, jemanden aufgrund seines Körpers zu bewerten und abzuwerten (→ Was ist Body Shaming?). Body Shaming kann jeden Körper treffen und auch in Form von Mobbing (wiederholt und regelmäßig) auftreten. Marshmallow Mädchen beschäftigt sich in diesem Artikel vornehmlich mit dem Fat Shaming, also der Herabwürdigung dicker Menschen (→ Hau ab, du fette Sau! (Fat-Shaming)), und erklärt, welche Folgen es hat und warum wir endlich mit dem Body Shaming aufhören müssen.

1. Body Shaming fördert Oberflächlichkeit

Wir leben in einer körperfixierten Gesellschaft. Der Fokus auf Körperlichkeit hat dazu geführt, dass wir den Wert eines Menschen anhand seines Aussehens bemessen. Schlanke Menschen gelten als schön, erfolgreich und diszipliniert, während dicke Menschen dementsprechend hässlich, faul und ungepflegt sind.

Diese Vorurteile sind schlichtweg falsch und durch kollektive negative Glaubenssätze geprägt (→ Body-positiv leben: Negative Glaubenssätze erkennen und auflösen). Durch Body Shaming kultivieren wir diese Oberflächlichkeit und tragen dazu bei, dass sich Menschen in unserer Gesellschaft nicht gewollt fühlen, was weitreichende Konsequenzen hat.

2. Body Shaming kann Leben ruinieren

Gerade weil wir in einer körperzentrierten Gesellschaft leben, sind die Folgen von Body Shaming ernst. So kann der Verlust an Selbstwert zu einer massiven Einschränkung der Lebensqualität führen. Zahlreiche dicke Menschen berichten davon, dass sie aus Angst vor Anfeindungen und Beleidigungen das Haus nicht mehr gerne verlassen, nicht zum Arzt gehen oder soziale Kontakte meiden (→ Wo sind all die Dicken hin? | Übergewicht im öffentlichen Raum).

Kontinuierliches Mobbing aufgrund des Aussehens kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass jemand keinen Sinn mehr im Leben sieht. 15 bis 20 Prozent der Selbstmorde in Deutschland werden auf Mobbingsituationen zurückgeführt.

[Wenn du deinen Lebenssinn verloren oder sogar Suizidgedanken hast, gibt es Menschen, die dir helfen können, zum Beispiel in einer Psychotherapie. Solltest du dich in einer akuten Situation befinden, wende dich an die Telefonseelsorge oder den Verein "Freunde fürs Leben".]

3. Body Shaming macht krank

Übergewicht macht krank?(→ Warum werden wir dick?) Nein, Body Shaming macht krank.

Während als Argument für Fat Shaming oft herhalten muss, dass der Shamer die dicke Person angeblich zu einem "gesünderen" Lebensstil "motivieren" möchte (→ Warum Body Positivity nichts mit Gesundheit zu tun hat), zeigen mehrere Studien, dass Body Shaming genau den gegenteiligen Effekt hat. So kommt eine Studie der Yale Universität aus dem Jahr 2010 zu dem Schluss, dass Menschen, die sich für ihren Körper schämen, weniger motiviert sind, ihre Ernährung umzustellen oder sich mehr zu bewegen. Die Stigmatisierung von Übergewicht bedrohe auf diese Weise sogar die Gesundheit, sagen die Autoren.

Body Shaming macht krank | Zitat | Body Positivity und Selbstliebe | Marshmallow Mädchen

Eine Studie aus dem Jahr 2016 um Rebecca L. Pearl vom Center for Weight and Eating Disorders verdeutlicht diese Ergebnisse noch einmal. So liegt die Wahrscheinlichkeit für dicke Menschen, die die Vorurteile gegen Übergewichtige verinnerlicht haben und auf sich selbst beziehen, am Metabolischen Syndrom zu erkranken dreimal höher als bei übergewichtigen Menschen, die Stereotype nicht auf sich anwenden. Die Wahrscheinlichkeit für einen erhöhten Spiegel an Triglyceriden - die als Indikatoren für eine Fettstoffwechselstörung sowie Risikofaktoren für Thrombosen und Arteriosklerose ("Arterienverkalkung") gelten - ist sogar um das Sechsfache höher. Wohl gemerkt: Diese Ergebnisse resultieren nicht aus dem tatsächlichen Übergewicht (BMI) der Studienteilnehmer, sondern daraus, wie sehr sie Vorurteile über Dicke verinnerlich hatten ("weight bias"). Den Gründen für diesen Zusammenhang wird weiter nachgeforscht.

4. Body Shaming führt zu Essstörungen

Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass Body Shaming die Enstehung von Essstörungen begünstigt. Etwa 1,5 Prozent der Frauen und 0,5 Prozent der Männer leiden in Deutschland an Magersucht, Bulimie oder einer Binge-Eating-Störung. Essstörungen, vor allem Anorexia nervosa (Magersucht), gehören zu den psychischen Krankheiten mit den höchsten Todesraten. Zwischen 1998 und 2012 sind pro Jahr zwischen 33 und 100 Menschen in Deutschland an einer Essstörung gestorben.

Vor allem das Aufkommen der sozialen Medien hat dem Body Shaming mit seiner anonymisierten Atmosphäre Aufschub verliehen. Bei einer Untersuchung gaben 65 Prozent der Teilnehmer an, dass Mobbing und Cybermobbing zu ihrer Essstörung beigetragen hätten.

5. Body Shaming hilft wirklich niemandem

Welchen Sinn hat es, den Wert einer Person an ihrem Körper festzumachen? Keinen. Welche Vorteile bringt es, jemanden zu body-shamen? Keine.

Wenn du Body Shaming betreibst, sagst du nichts, was die betroffene Person nicht auch selbst wüsste. Body Shaming vergiftet Beziehungen (→ Body Shaming durch Eltern), zerstört Selbstvertrauen und verändert die Gesundheitsprognose einer Person höchstens zum Schlechteren. Deshalb müssen wir mit Body Shaming aufhören.

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Titelfoto: Kristina Tripkovic on Unsplash

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