Wie hilft Body Positivity beim Abnehmen?


Body Positivity

Dass Body Positivity bedeutet, sich gehen zu lassen und mit allem zufrieden zu sein, ist ein Missverständnis. Körperakzeptanz meint nicht, die Augen vor der Realität zu verschließen und in einer Seifenblase mit rosa-rotem Ausguck zu leben. Ganz im Gegenteil: Body Positivity kann dabei helfen, seine Realität zu überprüfen und auch dabei abzunehmen und das Gewicht dauerhaft zu halten.

Moment, sagst du da gleich, schließen sich Body Positivity und Abnehmen nicht aus? Nein, das ist meines Erachtens eine vielgemachte Fehlinterpretation, die vor allem von Gegnern des Konzepts genutzt wird. Dort heißt es dann, Body-Positivity-Aktivisten propagierten einen "ungesunden Lebensstil". Body-positive-Dicke würden das Konzept nur nutzen, um sich hinter einem gespielten Selbstbewusstsein zu verstecken und sich keine Mühe mehr geben zu müssen, ein "gesundes" Gewicht zu erreichen (→ Body Positivity vs. Übergewicht verherrlichen).

B-U-L-L-S-H-I-T

Den Ist-Zustand anerkennen

Das Ziel von Body Positivity ist nicht abzunehmen oder sonstwie in ein fremdbestimmtes Schönheitsideal zu passen (→ Gefängnis der Schönheitsideale). Das sei hier ganz klar gesagt. Aber Body Positivity verlangt von dir auch nicht, dich mit dem Ist-Zustand abzufinden, sondern ihn erst einmal anzuerkennen. Das ist ein klassisches psychologisches Prinzip und wenn man es nicht anwendet, wird man schwerlich dauerhafte Veränderungen herbeiführen können. In jeder psychologischen Therapie kommt der Punkt, an dem man sich dem Ist-Zustand stellen muss. Denn ohne die Dinge ergründen zu können, die den derzeitigen Zustand verursacht haben, kannst du nicht an den Ursachen ansetzen, sondern wirst immer nur übermalen. Irgendwann kommt die alte Farbe dann wieder durch.

Deshalb hat Body Positivity ganz viel damit zu tun, seine Einstellungen und die Dinge, die man als Tatsachen vorgesetzt bekommt, zu hinterfragen (→ Was ist Body Positivity?). Jahrzehntelang haben wir geglaubt, Fett mache fett. Aber dann kam einer und hat diese Überzeugung hinterfragt und siehe da: Fett macht nicht fett, sondern ist lebensnotwendig. Wie immer war die Antwort nicht so einfach, wie sie zunächst präsentiert wurde. Wir haben schließlich auch eine ganze Weile geglaubt, die Erde sei eine Scheibe.

Body Positivity ist eine Einstellungsumstellung

Natürlich ist es leichter, wenn einem jemand sagt, was man essen und wie man sich bewegen soll. Aber da du nicht aus innerer Überzeugung handelst, wirst du es vermutlich nicht durchhalten können, vor allem wenn die Kontrollinstanz wegfällt, nach Abschluss eines Diätprogramms etwa. Wer body positive ist, übernimmt selbst die Verantwortung dafür, herauszufinden, was sein Körper braucht (→ Body positive in 3 Schritten). Auf diese Weise kannst du angemessen auf Ereignisse wie etwa Hunger oder Sättigungsgefühl reagieren.

Body Positivity ist keine Diät und keine Ernährungsumstellung; es hat eigentlich überhaupt nichts mit Essen zu tun. Es ist vielmehr eine Einstellungsumstellung, die dir auch dabei helfen kann, Gewicht zu verlieren (wenn du das möchtest). Man kann auf verschiedene Arten body positive sein. Für 40 Prozent der Teilnehmer an Umfragen auf der Internetplattform und App Whisper für Psychology Today heißt body positive zu leben, "großartige Klamotten zu tragen" (ein wichtiges Thema gerade für übergewichtige Menschen → 5 Tipps, wie du zur Plus-Size-Fashionista wirst), für 26 Prozent bedeutet es, "sich selbst zu sagen, dass man toll ist". Auf dem dritten Platz folgt aber schon "gesundes Essen und Fitness" (18 Prozent).

Body Positivity motiviert zu gesundem Lebensstil

Body Positivity und ein gesunder Lebensstil - was auch immer das für den Einzelnen bedeuten mag - gehen also oftmals Hand in Hand. Bei einigen kommt es infolgedessen auch zu einer Gewichtsabnahme, aber das ist, wie gesagt, nicht Sinn und Zweck von Body Positivity. In erster Linie geht es darum, deinen eigenen Körper zu jeder Zeit zu akzeptieren und dich darin wohlfühlen zu können. Und es ist dieser Aspekt, der augenscheinlich eine dauerhafte Abnahme fördert.

So zeigt eine Studie aus dem Jahr 2005, dass übergewichtige Frauen, die einem Body-Positive-Ansatz (Health At Every Size) folgten, ihr Gewicht längerfristiger reduzieren und ihre Gesundheit dauerhafter verbessern konnten, als Frauen, die eine Diät gemacht hatten. Zwar nahmen die Diätgruppenteilnehmer zunächst schneller ab, hatten aber fast alle das Gewicht nach einiger Zeit wieder drauf. Die Body-positive-Frauen hingegen haben ihre Einstellungen und ihr Verhalten dauerhaft verändert, was dazu führte, dass sie auch nach der Studie ihr Gewicht hielten und in allen Bereichen, die nach zwei Jahren noch einmal überprüft wurden, gute Ergenisse erzielten.

Wir alle sind auf den schnelle Gewichtsverlust aus, weil uns die Umwelt glauben lässt, unser Leben sei dann besser, wir seien zufriedener und überhaupt werde sich alles zum Guten wenden. Doch dem ist nicht so. Sicherlich kann eine erhöhte Akzeptanz in der Gesellschaft erleichternd sein, aber wer nie gelernt hat, zufrieden zu sein, wird es auch nicht sein können, wenn alles zum Besten steht. Body Positivity gibt dir einen Ansatz, um Zufriedenheit zu lernen und nicht auf schlanke Zeiten warten zu müssen, um glücklich zu sein (→ Warte nicht auf schlanke Zeiten). Und wenn du willst, kannst du die erhöhte Achtsamkeit für deinen Körper auch nutzen, um gesund, individuell und langfristig abzunehmen.

Titelfoto: GraphicStock (lizenziert)

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