Was Body Positivity nicht ist

Was Body Positivity nicht ist


Body Positivity

Body Positivity ist ein Konzept, das vor allem durch Plus-Size-Blogs populär wurde. Doch auf diesem Wege ist es auch zu Missverständnissen gekommen, die sich hartnäckig halten. Ist Body Positivity nur für Dicke? Muss ich jetzt alle Menschen schön finden? Ist Body Positivity dasselbe wie Selbstliebe? In diesem Artikel erklärt Marshmallow Mädchen, was Body Positivity nicht ist.

Body Positivity ist ein Konzept, das vor allem durch Plus-Size-Blogs populär wurde. Doch auf diesem Wege ist es auch zu Missverständnissen gekommen, die sich hartnäckig halten. Ist Body Positivity nur für Dicke? Muss ich jetzt alle Menschen schön finden? Ist Body Positivity dasselbe wie Selbstliebe? In diesem Artikel erklärt Marshmallow Mädchen, was Body Positivity nicht ist.

Wenn man Body Positivity googelt, warten gleich die ersten Ergebnisse mit Irrtümern über das Konzept auf. Das ist nicht wirklich überraschend, denn eine einheitliche Definition für diesen Begriff gibt es nicht. Die Idee hat sich quasi aus sich selbst geformt und entwickelt sich durch die Menschen weiter, die sie verbreiten.

Deshalb kann meine Definition keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit erheben (→ Was ist Body Positivity?), doch es gibt einige Missverständnisse über Body Positivity, die ich gerne aufgeklärt wüsste. Deshalb erkläre ich dir im Folgenden, was Body Positivity (meines Erachtens) nicht ist.

Body Positivity zwingt mich, Dicke schön zu finden

Das ist vermutlich das am weitesten verbreitete Missverständnis in Bezug auf Body Positivity. Es wird immer wieder behauptet, man müsse sich und andere schön finden. Zwar rebelliert Body Positivity gegen das herrschende westliche Schönheitsideal, doch mit Schönheit hat Body Positivity an sich nichts zu tun.

Auch ist Body Positivity nicht exklusiv Übergewichtigen vorbehalten. Die Bewegung hat zwar Auftrieb durch Blogger, Autoren und Feministen gewonnen, die sich mit Übergewicht und Dicksein beschäftigen (Beweisstück A: Marshmallow Mädchen). Doch die Idee bezieht alle mit ein, die "anders" sind und nicht dem entsprechen, was Gesellschaft und Medien gemeinhin als "schön" definieren. Weiter gedacht, ist Body Positivity ein Konzept, das sich an alle richtet, die Probleme mit ihrem Körperbild haben. Darunter fallen natürlich viele Übergewichtige, aber auch Menschen mit Behinderungen, Menschen, die älter werden, sehr dünne Menschen, Frauen mit kleinen Brüsten, feminine Männer, burschikose Frauen, Transmenschen etc.

In einer Gesellschaft, die derart auf Äußerlichkeiten fokussiert ist und infolgedessen ein Schönheitsideal erschaffen hat, dem quasi keines ihrer Mitglieder mehr entsprechen kann, haben fast alle ein Problem mit ihrem Körperbild und leben mit einem Gefühl der Unzulänglichkeit, das die Produkte der Schönheitsindustrie natürlich beheben können - Cellulite- und Faltencremes, I make you sexy, Diätshakes und Botox to-go in der Mittagspause (→ Scheiß auf Orangenhaut!).

Body Positivity ruft uns dazu auf, unsere Körper zu akzeptieren - den eigenen und die aller anderen. Wir sollen den Ist-Zustand annehmen, der nun einmal gerade da ist, und unsere Körper als das wahrnehmen, was sie sind: Hüllen, sich verändernde Organismen, Vehikel. Dabei müssen wir niemanden schön finden - nicht einmal und selbst -, aber jedem, vor allem uns selbst, mit Respekt gegenübertreten.

Body Positivity ist nur eine Ausrede

Body-positive sind ja nur die, die zu doof oder zu faul zum Abnehmen sind. Die haben aufgegeben und kaschieren das unter dem Mantel der Body Positivity (→ Body Positivity vs. Übergewicht verherrlichen).

Das ist eine Aussage, die man oft hört, wenn man trotz "Mängeln" mit seinem Körper im Reinen ist. Es wird so dargestellt, als wäre Body Positivity die einfache Alternative zum Abnehmen. Aber ist Abnehmen nicht der Weg des geringsten Widerstands? Man benötigt "nur" ein wenig Disziplin (ich formuliere das mal absichtlich so überspitzt), um sich in das gegebene Schönheitsideal zu zwängen und das "Problem" damit scheinbar zu lösen (→ Gefängnis der Schönheitsideale).

Body Positivity ist ein langwieriger Prozess. Er erfordert, hinter Überzeugungen zu blicken, die vielleicht nicht die eigenen, aber tief verankert sind. Über Jahre angehäufter Selbsthass muss Stück für Stück abgetragen werden (→ Wie ich lernte, dick und selbstbewusst zu sein). Das ist eine Höchstleistung an Reflektiertheit und Gegen-den-Strom-Schwimmen. Aber es ist auch die ehrlichste Arbeit, die man an sich selbst verrichten kann.

Ich kann nur body-positiv sein, wenn ich mich liebe

Im Deutschen verfügen wir leider über keine adäquate Übersetzung für Body Positivity. Deshalb muss oft das Wort "Selbstliebe" herhalten. Beide sind zwar verwandt, aber Body Positivity ist nur ein Bruchteil dessen, was wir unter Selbstliebe verstehen. Leider rührt daher das Missversändnis, Body Positivity hieße, seinen Körper zu lieben und zu feiern und sich bei jeder Gelegenheit im Spiegel zu bewundern.

Viele Menschen, die Body Positivity für sich entdeckt haben, werden von sich behaupten, dass sie sich selbst lieben oder - wie ich es lieber formuliere - mit sich im Reinen sind. Das liegt daran, dass Body Positivity meist ein erster Schritt zur Selbstliebe ist. Selbstliebe ist jedoch keine Voraussetzung, um body-positiv zu sein.

Was heißt Body Positivity denn wirklich? Körperpositivität, also seinem Körper gegenüber positiv eingestellt zu sein, anstatt ihn - wie es so oft geschieht - ständig negativ zu bewerten und mit unerreichbaren Idealen zu vergleichen. Ich würde Body Positivity mit Körperakzeptanz übersetzen, denn es geht letztlich darum, alle Körper so zu akzeptieren, wie sie jetzt gerade sind - keine Liebe erforderlich (→ Wenn du deinen Körper nicht lieben kannst).

Body Positivity heißt, ich darf nicht abnehmen

Hier scheiden sich tatsächlich die Geister. Einige VertreterInnen der Body Positivity halten es quasi für Verrat, wenn ein Mensch, der von sich behauptet, body-positiv zu sein, abnimmt.

Doch ich bin der Überzeugung, dass body-positive Menschen natürlich an Gewicht verlieren dürfen. Body Positivity kann sogar dabei helfen, indem der Respekt vor dem eigenen Körper zu einem bedürfnisorientierteren Umgang mit ihm animiert. Das heißt, es fällt dir leichter, gut zu etwas zu sein, das du magst und respektierst (→ Wie hilft Body Positivity beim Abnehmen?).

Der Gewichtsverlust ist jedoch nicht das Ziel der Body Positivity (→ Ich will nicht abnehmen). Und hier liegt der entscheidende Unterschied: Abnehmen, um in ein Schönheitsideal zu passen vs. Abnehmen als Nebenprodukt eines ausgeprägten Körpergefühls.

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Titelfoto: Gratisography (CC0)

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