Body Positivity lernen: Body-positiv in 3 Schritten

Body Positivity lernen: body-positiv in 3 Schritten


Body Positivity

Unsere (dicken) Körper abzulehnen, ist tief in uns verwurzelt. Doch Selbsthass ist nicht die Antwort auf Übergewicht und Body Shaming. Denn jede dicke Frau kann lernen, ihren Körper anzunehmen. Drei Schritte haben mir dabei geholfen, body-positiv zu werden. In diesem Artikel erfährst du, wie du Body Positivity lernen kannst, um freundlich und bedürfnisorientiert mit deinem Körper umzugehen.

Unsere (dicken) Körper abzulehnen, ist tief in uns verwurzelt. Doch Selbsthass ist nicht die Antwort auf Übergewicht und Body Shaming. Denn jede dicke Frau kann lernen, ihren Körper anzunehmen. Drei Schritte haben mir dabei geholfen, body-positiv zu werden. In diesem Artikel erfährst du, wie du Body Positivity lernen kannst, um freundlich und bedürfnisorientiert mit deinem Körper umzugehen.

Bei Marshmallow Mädchen geht es um Body Positivity, also darum, deinem eigenen Körper (und denen anderer) respektvoll zu begegnen (→ Was ist Body Positivity?). Für viele dicke Frauen ist das Neuland, denn noch nie hat ihnen jemand erlaubt, ihren dicken Körper mit einem freundlichen Blick zu betrachten und einfach so sein zu lassen, wie er ist. Im Gegenteil: Den meisten (dicken) Frauen ist seit jeher eingeimpft worden, die Armada negativer Übergewichtsassoziationen anzunehmen, so dass sie oft nicht mehr in der Lage sind, sich selbst und ihren Körper anzunehmen - nicht einmal, wenn sie wollen.

Wie ich Body Positivity lernte

Dicke Frauen dabei zu unterstützen, ihren Körper lieben zu lernen und gelernte Gedankenmuster zu hinterfragen, ist meine Berufung. Seit über einer Dekade beschäftige ich mich mit Body Positivity. Oft bekomme ich Komplimente für mein Selbstbewusstsein (→ Wie ich lernte, dick und selbstbewusst zu sein). In den meisten Hilferufen, die mich erreichen, steht ein Satz wie: "Ich wäre auch gern so selbstbewusst wie du, aber ich kann meinen Körper einfach nicht akzeptieren."

Aber auch ich wurde nicht selbstbewusst geboren. Auch ich habe einen großen Teil meines Lebens damit verbracht, mich und meinen Körper zu hassen. Ich habe Diäten gemacht, abgenommen, zugenommen - doch erst mit der Body Positivity änderte sich alles (→ Wie Body Positivity mein Leben verändert hat). Was uns nämlich all die Diäten verschweigen, ist, dass eine Gewichtsabnahme kein gestörtes Körperbild kuriert. Wenn du dich dick nicht leiden kannst, wirst du dich auch nicht lieben, wenn du dünn bist.

Doch Body Positivity, also den freundlichen und bedürfnisorientierten Umgang mit dem eigenen Körper, kann man lernen. In erster Linie verlangt das, die Perspektive zu wechseln. Indem wir Dinge hinterfragen und so falsche Denkmuster und Glaubenssätze auflösen, verändern wir unsere Geisteshaltung. Wie unser Gehirn wahrnimmt, verändert uns, also unsere Denkweise und die Struktur unserer Einstellungen. Den Körper zu lieben beginnt im Kopf.

Im Folgenden verrate ich dir die drei wichtigsten Schritte, die ich unternommen habe, um Body Positivity zu lernen. Auf diese Weise begann meine Reise von einer unsicheren, sich selbst hassenden "fetten Sau" (→ Hau ab, du fette Sau! (Fat Shaming)) zu einer selbstbewussten und glücklichen dicken Frau.

1. Such dir body-positive Vorbilder, um Body Positivity zu lernen

Was du konsumierst, prägt deine Realität. Die Medien, die uns tagtäglich umgeben, sind jedoch wenig body-positiv. Sie kennen nur ein Schönheitsideal: jung, schlank, makellos und weiß (→ Gefängnis der Schönheitsideale). Das Problem dabei ist: Je öfter wir etwas sehen, für desto "normaler" halten wir es (Mere-Exposure-Effekt [Link zu Werbepsychologie Online]) - auch wenn es weder die Norm noch die Realität wiedergibt.

Doch gerade in den sozialen Medien hast du eine große Macht: Du kannst (größtenteils) selbst entscheiden, wie dein Feed aussehen soll. Deshalb folge dort body-positiven Frauen, die aussehen wie du und dennoch glücklich, zufrieden und erfolgreich sind (→ Warum du dicke Heldinnen brauchst). Entfolge allen Menschen und Medien, die dir suggerieren, du seist nicht in Ordnung, so wie du bist - denn das sind schlichtweg Fake News.

Hinterfrage auch andere Medien, die du konsumierst, wie Zeitschriften, Bücher und Fernsehsendungen. Was geben sie dir für ein Gefühl? Bieten sie dir einen Mehrwert? Welchen Sinn hat eine Modezeitschrift für dich, die weder Kleidung an Frauen wie dir präsentiert noch Kleidung zeigt, die es in deiner Größe überhaupt gibt? Wie viel Body Shaming (→ Was ist Body Shaming?) steckt in gängigen Fernsehformaten und was macht der kontinuierliche Konsum mit dir, wenn du den Mere-Exposure-Effekt im Hinterkopf behältst?

Wie mich body-positive Vorbilder verändert haben

Als ich damals die Plus-Size-Szene entdeckte, folgte ich zunächst Plus-Size-Fashion-Bloggerinnen (→ 7 inspirierende deutsche Plus-Size-Bloggerinnen). Plötzlich war mein Newsfeed nicht mehr dominiert vom dünnen Standardmodel, sondern zunehmend von Frauen mit den verschiedensten Körpertypen, mit denen ich mich deutlich besser identifizieren konnte. Sie erzählten mir nicht, wie mangelhaft ich wäre, sondern boten mir einen ersten positiven Blick auf dicke Körper.

Im Laufe der Zeit habe ich mehr und mehr body-positive Angebote gefunden. Ich habe aufgehört, Frauenzeitschriften zu konsumieren oder mir Castingshows - Body Shaming am laufenden Band - anzusehen. Darüber hinaus können wir mittlerweile ein größer werdendes Angebot an dicken Frauen in den Medien genießen. Die weitestgehende Abkehr von dem einen Schönheitsideal hat mir gezeigt, wie schön Vielfalt ist und wie schön ich bin.

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Body Positivity: Bücher mit dicken Heldinnen

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2. Verlerne zu bewerten und zu vergleichen, um Body Positivity zu lernen

Nicht bewerten und nicht vergleichen - das ist in der Tat eine eine schwierige Aufgabe. Bewertung und Vergleich sind jedoch die Faktoren, die dich ganz konkret unglücklich machen. Sobald du bewertest und vergleichst, betreibst du regelmäßig Body Shaming - gegen andere, aber auch gegen dich selbst.

Dass du dich dazu gezwungen siehst, ist nicht deine Schuld, denn Bewerten und Vergleichen sind integrale Bestandteile unserer Gesellschaft, in der ständig Abgrenzung und Abwertung betrieben werden. Dir wurde also nie beigebracht, andere und dich einfach sein zu lassen. Dabei sind beide Verhaltensweisen der eigentliche Grund, warum du dir mit Selbsthass begegnest. Indem du vergleichst, ziehst du - wenn du ohnehin nur über einen schwachen Selbstwert verfügst - immer den Kürzeren. Dabei vergleichtst du Äpfel mit Birnen, wenn du versuchst, dein komplettes Leben - mit deiner Innen- und Außenwelt - mit einem Ausschnitt des Lebens einer*s anderen zu vergleichen.

Auch hinter unserem Verlangen zu bewerten und zu beurteilen, steckt meist ein geringes Selbstwertgefühl (→ Selbstwertgefühl stärken bei Übergewicht – 3 Tipps). Es ist wesentlich einfacher, jemand anderen niederzumachen, als sich selbst aufzuwerten, sprich: an sich selbst zu arbeiten. Je weniger du jedoch bewertest, umso mehr Freiheit schenkst du dir selbst, umso mehr kannst du sein, wie du bist, ohne dich selbst zu bewerten. Beginne also damit, andere nicht mehr zu bewerten, und du wirst merken, dass auch du dich selbst weniger bewertest.

Abnehmen kuriert kein gestörtes Körperbild | Zitat | Body Positivity und Selbstliebe | Marshmallow Mädchen

Wie ich verlernt habe zu bewerten und zu vergleichen

Als ich begann, mehr dicken Frauen in den sozialen Medien zu folgen, habe ich mich anfangs oft dabei ertappt, wie ich bewertete: "Wie kann eine so dicke Frau nur einen Bikini tragen?" Doch war es wirklich meine Überzeugung, dass dicke Frauen keinen Bikinis tragen dürfen? Was für einen logischen Grund sollte es dafür geben (→ Selbstbewusst in Badeanzug und Bikini)? War es nicht vielmehr so, dass mir mein Leben lang von Medien und Gesellschaft erzählt wurde, dass dicke Frauen sich verhüllen müssten - ohne mir jemals einen Grund dafür zu nennen? Je mehr ich mich medial mit dicken Frauen umgeben habe, desto weniger habe ich sie bewertet, weil sie mir einfach "normal" erschienen. Ich sehe keine Makel mehr an dicken Frauen; ein dicker Körper ist lediglich eine Variante. So kannst du den Mere-Exposure-Effekt auch nutzen, um Body Positivity zu lernen.

Auch dem Vergleich bin ich mit dieser Einstellung begegnet. Wann immer ich verglichen und ein Gefühl von Neid verspürt habe, konnte ich mich für zwei Wege entscheiden. Entweder ich verurteile mich, weil ich nicht so toll bin wie diese andere Person. Oder ich erkunde, was genau mich eigentlich neidisch macht. Auf diese Weise kann ich die andere Person als Vorbild anerkennen. Oder - und das kommt viel häufiger vor - ich merke, dass ich das, was mir ein Gefühl des Neids gibt, eigentlich gar nicht haben will. Es ist die Gesellschaft, die meint, nur ein schlanker Körper ist ein wertvoller Körper, aber diese Überzeugung teile ich nicht (mehr). Ich bin zufrieden mit meinem dicken Körper, deshalb muss ich mich weder abwerten noch neidisch sein, wenn jemand anders schlank ist (→ Ich will nicht abnehmen).

Marshmallow Mädchens body-positive Facebook-Gruppe für dicke Frauen (ohne Bewertung und Vergleich)

3. Überprüfe deine Glaubenssätze, um Body Positivity zu lernen

Dass du denkst, du könntest nur glücklich sein, wenn du schlank bist, ist ein Glaubenssatz. Ebenso: Alle Dicken sind ungesund; Dicke finden keine Partner; Dicke sind unsportlich; Dicke sind hässlich: Dicke sind faul und haben keine Disziplin; Dicke sind selbst schuld, dass sie dick sind. (Kannst du im Artikel noch weitere Glaubenssätze entdecken?) Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du all das oder einiges davon auch über dich selbst denkst (Selbststigmatisierung).

Diese kollektiven Glaubenssätze sind im gesellschaftlichen Unterbewusstsein verankert. Sie werden immer wieder reproduziert, weil wir alle sie kontinuierlich wiederholen. Das Problem ist: Sie sind falsch. Die meisten dieser Glaubenssätze sind mittlerweile sogar wissenschaftlich widerlegt, das heißt, es gibt eindeutige Fakten, die belegen, dass unsere bisherigen Überzeugungen falsch sind. Doch weil die Glaubenssätze derart tief im kollektiven Unterbewussten sitzen, haben sogar Fakten es schwer, sie zu lockern. Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf.

Nicht nur sind die meisten Glaubenssätze rund um Übergewicht falsch. Sie gehen auch noch von der fatalen Fehlannahme aus, dass man vom Aussehen eines Menschen auf Dinge wie Gesundheitszustand oder Intelligenz, im weitesten Sinne auf seinen Wert schließen könnte. Und das hat schwerwiegende Folgen (→ Was Body Shaming bedeutet und was du dagegen tun kannst). Die Prämisse der Body Positivity hingegen ist, dass jeder Körper - und damit jeder Mensch - wertvoll ist. Indem du deine falschen Glaubenssätze erkennst, hinterfragst und auflöst, begibst du dich auf deine Reise zu Body Positivity und Selbstliebe (→ Body-positiv leben: Negative Glaubenssätze erkennen und auflösen).

Wie ich meine falschen Glaubenssätze aufgelöst habe

Meine eigenen fehlerhaften Glaubenssätze habe ich aufgelöst - und löse ich fortwährend auf -, indem ich alles hinterfrage. Nur weil du etwas denkst, muss es noch lange nicht wahr sein. Das beginnt bei der Vorstellung, dass dicke Frauen keinen Bikini tragen dürften und endet bei der Überprüfung durch Fakten. War früher vielleicht einmal der Wissensstand, dass Übergewicht durch mehr Bewegung und weniger Essen "kuriert" werden könnte, so ist heute klar, dass ein mehr an Gewicht vielfältige Ursachen hat (→ Warum werden wir dick?) und viele der angenommenen Konsequenzen gar nicht eintreten. Dafür sind die Folgen von Body Shaming und (Selbst-)Stigmatisierung gravierend (→ 5 Gründe, warum wir mit Body Shaming aufhören müssen).

Auch in diesem Bereich gilt also: Wissen ist Macht. Im Laufe der Jahre habe ich viele meiner eigenen Überzeugungen hinterfragt und aufgegeben. Darüber hinaus habe ich unzählige Studien zu Übergewicht, Body Positivity und Selbstliebe gelesen. Mein Wissen teile ich hier bei Marshmallow Mädchen, um dir zu zeigen, dass auch du Body Positivity lernen kannst. Ich lade dich ein, von diesem Wissen und meiner jahrelangen Beschäftigung mit Body Positivity zu profitieren.

Lerne mehr über Body Positivity im Marshmallow Blogazine

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Titelfoto: AllGo on Unsplash

Beitragsbild: Body Liberation

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