Was ist Body Positivity?


Body Positivity

Marshmallow Mädchen ist eine Body-positive-Plattform. Was aber genau Body Positivity bedeutet, das ist vielen nicht klar. Oftmals wird es mit Selbstliebe gleichgesetzt oder damit, dass man sich selbst und andere schön finden muss. Einige glauben auch, Body Positivity bedeute, sich gehen zu lassen und mit allem zufrieden zu sein, was einem das Leben so hinwirft. Was Body Positivity tatsächlich ist, erfährst du in diesem Artikel.

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Von Menschen, die dem Konzept nichts abgewinnen können (oder wollen), wird Body-Positive-Aktivisten oft der Vorwurf gemacht, einen "ungesunden Lebensstil" zu propagieren. Dabei ist Body Positivity vielleicht das Gesündeste, was du dir jemals antun kannst (→ Body Positivity vs. Übergewicht verherrlichen). Darüber hinaus ist es ein individueller Zustand, weshalb es keinerlei einheitlichen Lebensstil gibt, den man promoten könnte.

Was Body Positivity nicht ist

Body Positivity verlangt von dir nicht, immer alle schön zu finden und dich jederzeit zu lieben. Das wäre wohl eher die Auslegung des Konzepts nach Disney-Motiven. (Sobald Tiere im Haushalt helfen, können wir darüber noch einmal reden.) Sich nicht zu hassen, heißt nicht zwangsläufig, sich immer zu lieben (→ Diese Dinge sage ich mir, wenn ich meinen Körper scheiße finde).

Body Positivity ist keine Maskerade. Als tiefgehendes, inneres Konzept dient es nicht dazu, seine eigenen "Makel", seine Scham hinter einer Fassade aus Fröhlichkeit und vorgespieltem Selbstbewusstsein zu verstecken (→ Wie wird man eigentlich selbstbewusst, wenn man dick ist?). Beispielsweise nutzen mittlerweile einige Fitnessstudios Body-Positivity-Kampagnen. In diesen Fällen wird aber damit geworben, einen Körper zu schaffen, den man lieben kann, und nicht, den zu lieben, den man hat. Das ist kein Body Positivity, sondern Marketing.

Body Positivity hat nichts damit zu tun, sich gehen zu lassen. Diesen Vorwurf hören body positive Menschen oft. Indem wir zufrieden sind mit dem, was wir haben, wird uns unterstellt, wir würden uns nicht mehr anstrengen, unser Fettsein hinnehmen und ohne schlechtes Gewissen nur noch auf dem Sofa liegen und Fast Food in uns hineinstopfen (was wir nach gängiger Meinung ohnehin den ganzen Tag tun). Body Positivity, die Akzeptanz des eigenen Körpers, ist nicht dasselbe wie Aufgeben.

Body Positivity ist nicht nur etwas für dicke Menschen. Das Konzept hat zwar Bekanntheit erlangt, weil vor allem dicke Frauen damit in die Öffentlichkeit getreten sind, zum Beispiel die vielen Plus-Size-Blogger, aber Body Positivity hat nicht ausschließlich mit Übergewicht zu tun. Die meisten Menschen sind unzufrieden mit ihren Körpern, weil sie überall "Makel" und "Fehler" sehen, die uns die Medien suggerieren. Body Positivity ist genau für diese Menschen - für Dicke und Dünne, Alte und Junge, Behinderte, Trans und Queer, um nur einige Beispiele zu nennen. Man muss nicht schön und gesund (→ Warum Body Positivity nichts mit Gesundheit zu tun hat) sein, um body positive zu sein. Eher im Gegenteil. Somit schließt Body Positivity alle Menschen mit ein, die eine Ablehnung ihres Körpers (oder Teilen davon) fühlen, sei es durch sie selbst oder durch andere.

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Was ist Body Positivity?

Der Kernpunkt von Body Positivity ist zu verstehen, dass das physische Aussehen und der Wert, den ein Mensch hat, zwei vollkommen unterschiedliche Dinge sind. In unserer auf ein bestimmtes Schönheitsideal fixierten Gesellschaft vergessen wir dies oft, wird uns doch auch zu oft suggeriert: Nur wer schön ist - im gesellschaftlich akzeptierten Sinne -, ist auch wertvoll.

Body Positivity bedeutet, den Körper, den man in diesem Moment hat, zu akzeptieren - nicht bedingungslos zu lieben, sondern anzuerkennen. 35,1 Prozent der Teilnehmer von Umfragen der Internetplattform und App Whisper für Psychology Today definieren Body Positivity als "gut mit Makeln leben können", 29,3 Prozent definieren es als "sich selbst lieben", 21,1 Prozent als "selbstbewusst sein" und 14,5 Prozent als "seinen Körper zu schätzen wissen".

Da Body Positivity ein innerliches, also quasi psychologisches Konzept ist, gibt es keinen allgemeingültigen Fahrplan, wie es zu erreichen ist oder was genau es für jedes einzelne Individuum bedeutet. Body Positivity ist keine leichte Lösung, aber eine dauerhafte (→ Body positive in 3 Schritten). Wer einmal seinen Wert begriffen hat, wird dieses Wissen nie mehr verlieren.

Body Positivity kann man also als Körperakzeptanz verstehen. Und obwohl sich alles darum dreht, den momentanen Körper, so wie er seine natürlichen Veränderungen durchläuft, zu akzeptieren, bedeutet es keinesfalls, dass man ihn nicht auch selbst verändern darf. Entgegen der Annahme, Body Positivity würde einen ungesunden Lebensstil vorantreiben, ist genau das Gegenteil der Fall: Den Körper, mit dem einen ein positives Gefühl verbindet, möchte man hegen und pflegen, zum Beispiel durch nahrhafte Lebensmittel und angenehme Bewegung. Deshalb kann Body Positivity auch beim Abnehmen helfen, indem es einen vollkommen anderen Weg verfolgt als zum Scheitern verurteilte Diäten.

Titelfoto: Unsplash (CC0)

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